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Silvery Moon

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 BeitragVerfasst: Mo 11. Sep 2017, 18:42   
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http://www.express.de/sport/sportmix/ka ... 1_28392908


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 BeitragVerfasst: Mo 11. Sep 2017, 19:01   
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The_Man hat geschrieben:
http://www.express.de/sport/sportmix/karrierende-wunderhengst-silvery-moon-hoert-auf--und-jetzt-darf-er-das-machen-28392908?dmcid=nl_20170911_28392908


Er ist ein Popstar auf der Rennbahn, schön dass man ihn in Köln noch mal präsentiert.
Hoffentlich findet er einen schönen Platz als Deckhengst und bleibt gesund.


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 BeitragVerfasst: Mo 11. Sep 2017, 20:38   
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Dirk hat geschrieben:
Er ist ein Popstar auf der Rennbahn, schön dass man ihn in Köln noch mal präsentiert.
Hoffentlich findet er einen schönen Platz als Deckhengst und bleibt gesund.

Den Platz wird er finden und er hat ihn sich auch verdient. Selbst unter Schecken ist er vom Exterieur her ein Exot und dann wurde er auch noch hart geprüft. Ein Schuss Leistungsfähigkeit kann der ganz aufs bunte Exterieur ausgelegten Scheckenzucht überhaupt nicht schaden. Ich hab ihn des öfteren gesehen und meistens wurde er Zweiter. Unvergessen der harte Kampf um den Sieg in Bad Harzburg mit dem sehr guten Liquido-Sohn Storm, bei dem er knapp unterlag. Bilder habe ich viele von ihm, allesamt unveröffentlicht. Dafür habe ich ein kurzes Duschvideo aus dem Absattelring in Hannover veröffentlicht:

Im Hintergrund hört man die Stimme seines Besitzers, des Prinzen von Auersperg. Bei diesem Rennen wurde er ebenfalls Zweiter hinter der Wöhler Stute Holy Moly, die wenig später sich in Frankreich eine Gruppe II - Platzierung holte und dann leider bei einer Trächtigkeitsuntersuchung tragisch ums Leben kam. Im Absattelring durften der kleine Hengst und die große Stute sich beschnuppern:
Bild
So wie ich die Besitzer kenne, werden wir in ein paar Jahren auch Nachkommen von ihm auf der Rennbahn sehen.

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 BeitragVerfasst: Di 12. Sep 2017, 09:19   
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mit 63,5 gag deckhengst? die leute werden schlange stehen ...


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 BeitragVerfasst: Di 12. Sep 2017, 10:03   
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manto hat geschrieben:
mit 63,5 gag deckhengst? die leute werden schlange stehen ...

Sicherlich nicht in der Vollblutzucht, aber dafür in der Scheckenzucht, wo ein Pferd mit seinem Leistungsprofil sehr gut hineinpasst. Man muss bedenken, das Silvery Moons Vater, Großvater und Urgroßvater ohne ein einziges Rennen als Deckhengste eingestellt wurden, nur weil sie Schecken waren. Silvery Moon hat hingegen 48 Rennen ohne größere Verletzungen auf dem Tacho und sogar (ein etwas schmeichelhaftes) Blacktype. Außerdem hat er einen sehr gutmütigen Charakter, obwohl er ein Ururenkel in der Hengstlinie des für seine Bösartigkeit bekannten Halo ist. Bei all seinen Starts, wo ich ihn gesehen habe, hat er nie auch nur eine Zicke gemacht und war fast ein bißchen zu cool, so dass er meist mit gehöriger Verspätung aus den Startboxen gekommen ist.

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 BeitragVerfasst: Mi 13. Sep 2017, 10:42   
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Wünsche ihm viel Spaß und Erfolg im neuen "Job". Hoffentlich sehen wir dann bald ein paar seiner Nachkommen wieder auf der Bahn.

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 BeitragVerfasst: Mi 13. Sep 2017, 13:06   
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SM als Deckhengst hat ja was - weil eben ein buntes Indianerpferd.

Problem ist, daß wenn ich mich nicht ganz irre, die Nachkommen erst mal keine Züchterprämie bekommen, weil die Anforderungen nicht erfüllt sind. Ich weiß allerdings nicht, wie das ist, wenn der Hengst im Ausland steht. Ich meine, daß die Regel dann nicht gilt. Also direkt hinter der Grenze in Holland aufstellen.

v. Blücher


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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 12:39   
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Man kann ihn natürlich nicht mit normalen 63,5kg-Pferden vergleichen. Er hat ja als erfolgreichster Schecke aller Zeiten ein Alleinstellungsmerkmal, hat mit seinem Pedigree auch keine Brührungspunkte zu den Abstammungslinien fast aller Stuten, kommt auch für internationale Züchter in Frage, hat natürlich auch Möglichkeiten in anderen Bereichen der Pferdezucht. Er sollte damit schon seinen Hafer verdienen können, sofern die Trächtigkeitsquote nicht aus dem Rahmen fällt. Bei den Vollblütern könnte er vor allem was für die weniger gefragten Stuten sein. Kommt ein Schecke bei raus, lässt sich der natürlich ganz anders verkaufen als ein Produkt aus einem 0815-Deckhengst.

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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 13:09   
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C-Bahn hat geschrieben:
... Er sollte damit schon seinen Hafer verdienen können, sofern die Trächtigkeitsquote nicht aus dem Rahmen fällt. ...

Und die ist nicht allein gott- bzw. gen-gegeben; sondern zu weiten Teilen (auch) eine Frage des Managements. Mit ein bißchen Sorgfalt läßt sich da viel erreichen.

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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 13:25   
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Stellt sich noch die Frage ob er reinerbig vererben würde,falls nicht,wird das nichts mit der "Scheckenzucht"


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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 14:15   
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spike hat geschrieben:
Stellt sich noch die Frage ob er reinerbig vererben würde,falls nicht,wird das nichts mit der "Scheckenzucht"


Overoschecken können, im Gegensatz zu Tobianoschecken, nicht reinerbig gezogen werden. Werden zwei Overos angepaart, besteht die Gefahr, dass das Fohlen mit dem Overo Lethal White Syndrome geboren wird. Das LWO ist eine Mutation, die an das Farbgen gekoppelt ist. Trifft sie zweimal aufeinander, erhält man ein Perd mit dem Overo Lethal White Syndrom (OLWS) – das ist ein tödlicher Gendefekt, der bei gescheckten Pferderassen wie Paint Horse, Shetland Pony, Isländer oder Pinto immer wieder auftritt. Der Name des Defektes weist auf die Fellzeichnung Overo hin, die seltener ist als die Tobiano-Scheckung, weil es rezessiv vererbt wird. Das heißt, ein Pferd kann ein Overo-Gen tragen, ohne dass es selbst bunt ist. Im Gegensatz dazu kann ein einfarbiges Pferd niemals ein Tobianogen tragen. Paart man zwei Overos miteinander liegt die Chance auf ein Overo-Fohlen bei 50% (mischerbig). Zu 25% fällt ein einfarbiges Fohlen, zu 25% fällt ein Fohlen mit OLWS, dieses ist das reinerbige Overo Fohlen. Solche Fohlen sind komplett weiß. Da die Nervenzellen nicht korrekt aus dem Neuralrohr ausgewandert sind, ist der Magen-Darmtrakt nicht ausreichend mit Nervenzellen versorgt. Sie fehlen am Ende des Dünndarms, im Blinddarm und dem Dickdarm. Das führt zu einem Darmverschluss, weswegen der Dickdarm sich ausdehnt, und der schließlich zum Tod des Fohlens durch eine Kolik führt. Die Fohlen sterben qualvoll innerhalb weniger Tage, wenn der TA sie nicht vorher erlöst.
Dementsprechend ist die Leistungszucht von Overos auch etwas tricky, denn reinerbige Overos gibt es nicht.
Ich habe erst von einem Fall eines OLWS Fohlen gelesen, das überlebt haben soll, aber da finde ich leider grad keine vertrauenswürdigen Quellen. Da könnte nämlich auch ein dominant weiß Gen aufgeploppt sein.

Auf das LWO Gen kann man mittlerweile auch testen, als Züchter kann man sich also vorher absichern lassen, denn dieses Gen kommt auch bei Tobianoschecken, anderen Scheckungen und sehr selten bei einfarbigen Pferden vor.

Wenn ein Elternteil gar kein Overogen hat, dann kann es auch keinen Overo hervorbringen, der Nachkomme kann aber Träger des Gens sein. In Silverys Fall braucht es einfarbige Stuten, die das Overogen tragen. Davon gibt es gewiss ein paar in der Zucht, auch unter den Vollblütern finden sich immer wieder Framed Overos oder Sabinos, werden nur nicht immer erkannt. Farbgentests kosten auch nicht mehr die Welt, für 40-50€ ist man dabei.


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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 16:33   
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@WMB
Danke, für diese detaillierte Information. Das Thema ist mir schon ein paarmal untergekommen, so alle 10 bis 20 Jahre, aber nur sehr bruchstückhaft. Bei meiner letzten Berührung mit dem Thema, ca. 15 Jahre her, ging es um diesen Gentest bei Schecken und Sterblichkeit bei Reinerbigkeit. Soweit meine Erinnerung.

Aber woran genau die Fohlen sterben wurde damals nicht erläutert. Das mit den Nervenenden ist sehr interessant. In dem Zusammenhang geistern mir nämlich die Überreste eines Zeitschriftenartikels durch den Kopf, den ich vor rund 40 Jahren gelesen habe. Könnte 'Stern' oder 'Bunte' gewesen sein (nur so vom Format und Layout). Es ging da um Hundezucht und irgendwelche reinweißen Linien, die oft zwei verschiedenfarbige Augen haben, bei gleichzeitiger Taubheit.
edit: Gerade eingefallen: es ging um Boarder Collies (oder Bearded Collies ? gibt's die ?)
Der einzige Mensch mit zwei verschiedenfarbigen Augen, dem ich je begegnet bin, wurde mir als Mitglied einer Gehörlosengruppe vorgestellt.

Das sind alles sehr lose und scheinbar etwas wirre Bruchstücke, aber mit der, nicht beendeten, Ausbildung der Nerven ließe sich die Taubheit erklären. Irgendwie scheint das mit der Farbgebung / Pigmentierung korreliert zu sein. Aber mein Wissen dazu ist recht mager.
Wenn hier irgendjemand mehr dazu sagen kann, würde ich mich sehr freuen.

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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 17:37   
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WMB hat geschrieben:
spike hat geschrieben:
Stellt sich noch die Frage ob er reinerbig vererben würde,falls nicht,wird das nichts mit der "Scheckenzucht"


Overoschecken können, im Gegensatz zu Tobianoschecken, nicht reinerbig gezogen werden. Werden zwei Overos angepaart, besteht die Gefahr, dass das Fohlen mit dem Overo Lethal White Syndrome geboren wird. Das LWO ist eine Mutation, die an das Farbgen gekoppelt ist. Trifft sie zweimal aufeinander, erhält man ein Perd mit dem Overo Lethal White Syndrom (OLWS) – das ist ein tödlicher Gendefekt, der bei gescheckten Pferderassen wie Paint Horse, Shetland Pony, Isländer oder Pinto immer wieder auftritt. Der Name des Defektes weist auf die Fellzeichnung Overo hin, die seltener ist als die Tobiano-Scheckung, weil es rezessiv vererbt wird. Das heißt, ein Pferd kann ein Overo-Gen tragen, ohne dass es selbst bunt ist. Im Gegensatz dazu kann ein einfarbiges Pferd niemals ein Tobianogen tragen. Paart man zwei Overos miteinander liegt die Chance auf ein Overo-Fohlen bei 50% (mischerbig). Zu 25% fällt ein einfarbiges Fohlen, zu 25% fällt ein Fohlen mit OLWS, dieses ist das reinerbige Overo Fohlen. Solche Fohlen sind komplett weiß. Da die Nervenzellen nicht korrekt aus dem Neuralrohr ausgewandert sind, ist der Magen-Darmtrakt nicht ausreichend mit Nervenzellen versorgt. Sie fehlen am Ende des Dünndarms, im Blinddarm und dem Dickdarm. Das führt zu einem Darmverschluss, weswegen der Dickdarm sich ausdehnt, und der schließlich zum Tod des Fohlens durch eine Kolik führt. Die Fohlen sterben qualvoll innerhalb weniger Tage, wenn der TA sie nicht vorher erlöst.
Dementsprechend ist die Leistungszucht von Overos auch etwas tricky, denn reinerbige Overos gibt es nicht.
Ich habe erst von einem Fall eines OLWS Fohlen gelesen, das überlebt haben soll, aber da finde ich leider grad keine vertrauenswürdigen Quellen. Da könnte nämlich auch ein dominant weiß Gen aufgeploppt sein.

Auf das LWO Gen kann man mittlerweile auch testen, als Züchter kann man sich also vorher absichern lassen, denn dieses Gen kommt auch bei Tobianoschecken, anderen Scheckungen und sehr selten bei einfarbigen Pferden vor.

Wenn ein Elternteil gar kein Overogen hat, dann kann es auch keinen Overo hervorbringen, der Nachkomme kann aber Träger des Gens sein. In Silverys Fall braucht es einfarbige Stuten, die das Overogen tragen. Davon gibt es gewiss ein paar in der Zucht, auch unter den Vollblütern finden sich immer wieder Framed Overos oder Sabinos, werden nur nicht immer erkannt. Farbgentests kosten auch nicht mehr die Welt, für 40-50€ ist man dabei.

Was ähnliches habe ich schon vor Jahren auf Turf-Times gelesen, als Silvery Moon die Bühne betrat. Irgendetwas kann aber an der Argumentation nicht stimmen. Wenn das Overo-Gen rezessiv ist, dann muss es auf beiden Chromosomen liegen, damit die Overo-Farbe hervortritt. Mehr als auf beiden Chromosomen geht aber nicht. Wie soll dann aber LWO enstehen? So etwas geht nur, wenn Overo eine Kombination aus zwei Genen ist, das eine rezessiv für Overo und LWO und das andere dominant für Overo aber rezessiv für LWO. Ein Overo muss also das erste Gen, nennen wir es das Overo-Gen, doppelt und das zweite Gen, nennen wir es das LWOP-Gen, einmal haben. Wenn ich zwei Overos dann paare gibt es eine Wahrscheinlichkeit von 25%, dass das LWO-Gen doppelt auftritt und das Fohlen nicht lebensfähig ist. Paart man ein Overo mit einem Pferd ohne LWO-Gen aber mit einem einzigen Overo-Gen, dann gibt es eine Wahrscheinlichkeit von 50% für ein doppeltes Overo-Gen. Die Wahrscheinlichkeit halbiert sich ein weiteres mal, damit das Fohlen auch das notwendige LWO-Gen bekommt, um ein Overo zu werden. Paart man ein Overo mit einem Pferd ohne LWO-Gen aber mit zwei Overo-Genen, dann hat das Fohlen auch zwei Overo-Gene und mit Wahrscheinlichkeit von 50% bekommt es auch das LWO-Gen, um ein Overo zu werden.

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 BeitragVerfasst: Do 14. Sep 2017, 23:21   
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Da muss ich mich auch gleich mal korrigieren: das Overo Gen dürfte nach neueren Erkenntnissen intermediär/ unvollständig dominant sein. Natürlich weiß man aber noch nicht, wie es sich jedem einzelnen anderen Farbgen gegenüber verhält. Das Schimmelgen ist zB dominant gegenüber dem Overo, da kann man Schecken erhalten, die mit dem Alter ausschimmeln. Außerdem scheint die Overo Scheckung von anderen Scheckungen "überschrieben" zu werden. Aber viel mehr findet sich noch nicht. In meinen Unterlagen zur Genetikprüfung stand es noch als rezessiv drinnen, aber die ist auch ein paar Jährchen her. Allgemein scheint sich auf dem Gebiet aber sonst nicht viel getan zu haben.

Da sind Sie auf der richtigen Spur. Der Grund für die OLWS Erkrankung ist eine Mutation des Endothelin-B-Rezeptors, der für die korrekte Entstehung von Pigmentzellen und den Nervenknoten des Darms aus Zellen der Neuralleiste verantwortlich ist. Die Mutation steht eng mit dem Merkmal Overo-Scheckung in Verbindung, und wird zusammen mit diesem vererbt. Overoschecken sind zu einem sehr großen Teil (aber angeblich nicht ausschließlich) Träger der LWO Mutation, aber sie tragen es nur als Einzelgen. Kommt es zur Verpaarung von zwei Pferden mit diesem Einzelgen, haben wir zu 25% das OLWS mit der homozygoten Ausprägung, es kommt zum Gendefekt und das Fohlen stirbt.

(Wobei ich dabei anmerken muss, dass sich die Genetikexperten da bereits streiten, ob LWO negative Overos tatsächlich reine Overos sind, und nicht eine Mischform verschiedener Scheckungen oder Sabinos... Die Mutation kann auch bei anderen Formen der Scheckung auftreten.)

Man könnte theoretisch zwei Overoschecken finden, von denen einer oder beide kein Träger dieser Mutation sind, aber die Chance ist eher gering. Es gibt aber, sogar in Deutschland, ein paar QH Overo Deckhengste, die LWO negativ sein sollen. Es gab schon groß angelegte Studien in den USA ect, und man hat im Endeffekt herausgefunden, dass man die Overozucht an den Nagel hängen könnte, wöllte man den OLWS Defekt ausmerzen. Das liegt vermutlich auch daran, dass es in früheren Zeiten wilde Linienzuchten auf Färbungen gab, weswegen sich die Mutationen in gewissen Linien häufen, und es auch mehr einfarbige Träger gibt. Farbgene sind besonders mutationsfreudig. Verschiedene Scheckgene können sich auch mischen (zB Tobiano und Overo zu Tovero, aber auch andere Scheckungen "kumulieren"). Dann kann auch noch das dominant white Gen Scheckungen hervorbringen, die nach Overo oder Sabino aussehen.
Das gilt aber hautsächlich für die Farbzuchten der QH und Paints, bei Reinzuchten wie zB den Arabern, die kaum solche Farbschläge haben, muss man sich da weniger Sorgen machen. Überraschenderweise gab es aber auch bei Rassen wie zB dem Traber immer wieder mal Minimal Framed Overo Schecken und LWO positive Fälle.
Es kann wohl auch aus zwei einfarbigen Pferden, die Genträger sind, ein OLWS Fohlen fallen.

In Deutschland gilt die gezielte Verpaarung zweier bekannter OLWS-Träger auch als Qualzucht und ist ein Verstoß gegen §11b des deutschen Tierschutzgesetzes.

Zu guter Letzt muss aber ganz klar gesagt sein, dass die Farbvererbung bei Scheckungen nicht vollständig erforscht ist und auch für Experten immer wieder Überaschungseier dabei sind. Die Farbgene sitzen auf unterschiedlichen Stellen am DNA Strang, und es sind bisher nur rund 20 Farbgene für Pferde isolierbar und testbar. So gibt es Behauptungen, dass auch einem Pferd ohne Overogen ein Overo gezogen werden kann, die Lehrbuchmeinung ist aber, das beidseitig ein Scheckgen vorhanden sein muss. Ich hätte noch keinen Overo gefunden, der nachweislich aus einem Nicht Overo Träger gezogen wurde, aber vielleicht ist ja jemand Anderer hier schlauer? Ich gehe in diesem Fall nach dem Lehrbuch, weil ich bisher keinen einzigen Bericht gefunden habe, der diese Behauptung mit Gentests beweist. Aber siehe ganz oben, es könnte möglich sein...
Dasselbe gilt für zwei Overgenträger, die aber einfarbig sind. Können die jetzt einen Overo bringen, oder nicht? Auch da findet man, selbst in der tiermedizinischen Fachpresse, unterschiedliche Meinungen dazu, wobei der Großteil der Meinung ist, dass es möglich ist. Andere Behaupten, nur Sabinos, rabiancos und dominant white könnten sich durchsetzen, das Overogen aber nicht. Dazu sollten sich auch mehr fundierte Papers finden lassen, als zum oberen Beispiel.

Das Overogen kann sich jedenfalls in manigfaltigen Ausprägungen zeigen und ist nicht immer als solches zu erkennen, selbst wenn das Pferd laut Gentest ein phänotypischer Overo ist.

Auch die Vererbung von Abzeichen scheint Lotterie zu sein. Das wurde vor allem klar, nachdem die ersten Klonpferde geboren waren. Die haben oft ähnliche Abzeichen, aber sie sehen nie gleich aus. Der Klon von ET FRH zb hat zwar auch eine Blesse, aber das berühmte Loch fehlt und sie ist allgemein kleiner ausgefallen als beim Original. Soweit ich weiß, kann man auf Abzeichen bis heute auch noch keine Gentests machen.

@ Registana: Vererbte Taubheit gibt es auch bei Pferden. Gunner Nachkommen sind bekannt dafür, taub zu sein. Gab vor ein paar Wochen einen Beitrag auf RTL (?) über Reiningpferde, da musste ich sehr schmunzeln, als der Gunner Nachkomme nicht mit der Wimper zuckte, als sie Luftballons platzen ließen. Ein Schelm, wer etwas böses denkt...

Bei Hunden, speziell Collies, würde mir spontan das Merle Gen einfallen. Das ist homozygot verantwortlich für ein und beidseitige Taubheit, Leuzismus, fehlgebildeten Augen und schlechtere Überlebenschancen gegenüber heterozygoten Welpen.


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 BeitragVerfasst: Fr 15. Sep 2017, 03:39   
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Es gibt da ja das Buch Pferde aus Licht und Schatten v. Ursula Schmidt-Basler. Meines Wissens ist die jüngste Ausgabe auch schon 15 Jahre alt aber immerhin aufschlussreich, wenn auch biologisch nicht so detailliert vielleicht wie in Ihrem Beitrag, WMB. Danke dafür! In dem Buch werden Schecken und gefleckte Pferde in Kultur, Tradition, Aberglaube, Entwicklungsgeschichte behandelt, in Kunst und Literatur, dann die zahlreichen Rassen und sodann die Vererbung auf dem damaligen Stand (2002).

Auch die Engl. VB kommen vor, bezüglich der Fleckung (nicht Scheckung) - The Tetrarch/Birdcatcher/Bend Or z.B. (in jüngerer Zeit Adlerflug) - durch den Einfluss orientalischer Pferde.
Die Scheckung der ostpreußischen Trakehner, die ja stark vom XX beeinflusst wurden, hat scheinbar andere Quellen.

In der Zucht Arabischer VB sind sehr viele Farbgebungen bekannt und mit Namen benannt, z.B. dunkle Flecken auf fuchsfarbenem Rumpf (wie bei Adlerflug) - weißer Kopf bei farbigem Körper - weiße Haare in den Flanken - weißes Pferd mit Flecken am Rumpf - Krötenmaul, gefleckte Augenpartie, gefleckte Kruppe - Fuchs mit weißen Spots - ...

Es heißt, dass fuchsfarbene Pferde immer auf einen manchmal weit zurückliegenden Einfluss arabischer Pferde zurück zu führen sind. Was an Farbanlagen noch dazu vererbt wird, wird manchmal bekannterweise erst nach Generationen sichtbar, wenn passende Gene aufeinandertreffen.
Was ich in einschlägiger Pferdeliteratur bisher fand, waren meistens Hinweise auf die Ursprünge der jeweiligen Rasse in der Kreuzungszucht, wenn eine Scheckung auftritt (z.B. Marwaris, Shetties, Trakehner).
Die Fleckung hat scheinbar andere Ursprünge, möglicherweise urzeitliche, da auch in manchen südwestfranzösischen Höhlenmalereien gefleckte Pferde vorkommen.

Die Schimmelung soll eigtl. keine Farbe sein, dachte ich?! Fohlen werden auch nicht als Schimmel geboren, sondern es entfärbt sich erst nach und nach das eigentliche Deck- und Langhaar, eine Art frühzeitige Vergreisung bei gleichzeitig oft vorkommender Bildung von Melanomen unter der Schweifrübe. Zudem scheinen Braune und Rappen schneller und zahlenmäßig öfter auszuschimmeln als Füchse. Tesio zog damals Parallelen zu dem Kopfhaar von Menschen - Blonde bleiben oft sehr lange blond (wie Trump z.B. :oops: ), Dunkelhaarige dagegen bekommen nicht selten bereits in ihren 20erjahren graue Haare (wie bei mir z.B. 8-) ). Tesio fasste daher die Schimmelung als Krankheit auf und führte ein Beispiel an, das verdeutlichte, dass diese Krankheit bei XX fast ausgestorben war, bis Drone als gutes Rennpferd ein gefragter Vererber war und das Schimmelgen dadurch wieder verbreitet wurde.

Wie viel auf Tesio´s Erkenntnisse bzgl. der Farbe, deren Ursprung und Vererbung beim Engl. VB stimmt oder zumindest teilweise nicht zutrifft, ist dahingestellt. Er ging davon aus, dass es ursprünglich drei Farben beim Pferd gab - Fuchs, Brauner und Albino. Der Albino vllt. eine Mutation; von den albinotischen Pferden mit rosa Haut sollen dann die Abzeichen als Relikt übrig geblieben sein. Der Rappe zählt zum Braunen (dabei gibt es auch reinerbige (Glanz-)Rappen, die eher genetische Verbindung zum Fuchs haben, kann ich nur leider nicht genau erklären).
"Urfarben" hingen aber vom Pferdetyp ab und davon wird es nicht nur einen gegeben haben, sondern mehrere, je nach Scholle und Klima. Ein Dr. Michael Schäfer ("Wie werde ich Pferdekenner"), Hippologe mit umfassendem praktischen Wissen durch eigene Zuchten, Recherchen (z.B. Röntgenaufnahmen von Equidenschädeln zwecks Zahnbestimmungen) und Beobachtungen, ging von 4 Typen samt deren Mischformen aus. Reinerbig Braun ist demnach die Farbe des Ponytyps/Exmoorpony (eine uralte Rasse, die scheinbar nicht gezüchtet wurde, sondern einen Urtyp verkörpert). Welches vermutlich durch auf ihn basierende Zuchten in GB einen gewissen Einfluss auf die Engl. VB hatte.

Reinerbig Braun war auch St. Simon, der bei Tesio züchterisch hoch im Kurs stand. Kann sein, dass er sich auch daran orientiert hat. Zumindest hat er darauf hingewiesen.

Alles in allem wäre ein Buch über Farbe in der Englischen VB-Zucht ganz toll. Explizit Schecken und Gefleckte (und ggf. Weißgeborene). Mit bekannten Namen und Rückführung auf´s Stutbuch, so dass Linien verfolgt werden können. Eine Mammutaufgabe, sicherlich. Aber unbezahlbar für sehr viele Pferdeleute, da bin ich sicher. "Ein gutes Pferd hat keine Farbe" halte ich nur begrenzt für richtig. Ein Zufall ist die Farbe nicht.


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