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Harter oder weicher Badenexit?

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 BeitragVerfasst: Fr 5. Okt 2018, 18:19   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
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Morbus Direx – Als Minarik zum Kollateralschaden der Strukturreform wurde

Angesichts der bei Baden Racing bevorstehenden Weichenstellungen hat die Turf-Öffentlichkeit ein Anrecht darauf zu erfahren, wie Andreas Jacobs wirklich tickt. Es geht bei der folgenden, schon zehn Jahre alten Geschichte um seine problematische Einstellung zur grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit. Der deutsche Galopprennsport funktioniert in meinen Augen nach dem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche. In 99 % der Fälle reicht das Zuckerbrot, und beim Rest kommt dann die Peitsche zum Einsatz (aber ohne die Einschränkungen der Rennordnung...). Die Rufmordkampagne der Sport-Welt gegen mich im Jahre 2005 war so ein Beispiel. Drei Jahre später traf es den impulsiven Filip Minarik.

Ende des letzten Jahrzehnts trommelten die Motivationsbrigaden des Direktoriums schon einmal für eine nicht näher definierte Strukturreform. Erst im Herbst 2009 kam das Direktorium dann endlich mit Einzelheiten zum Beteiligungsangebot „Speed“ für Amelie & Co heraus, doch die PR-Maschinerie lief schon zwei Jahre zuvor auf Hochtouren, ohne dass zu dem Zeitpunkt irgendwelche Fakten ausgebrütet worden waren. Die Leute wurden einfach ganz allgemein für eine imaginäre Strukturreform heiß gemacht, und Vielen kam das schon zu den Ohren heraus. Einer, der aus seinem Herzen keine Mördergrube machte, war Filip Minarik. In einem Interview mit einem rheinischen Journalisten sagte Minarik unter Anderem: „Ehrlich gesagt, kann ich die ganzen Sprüche der deutschen Funktionäre mit neuen Konzepten und Strukturreformen nicht mehr hören.“

Wohltuend offene Worte, mit denen Minarik damals sehr vielen Leuten aus dem Herzen sprach. Arbeitsrechtlich ganz wichtig in dem Zusammenhang: Über seinen damaligen Arbeitgeber, die Rennstall Asterblüte GmbH, hatte Minarik in dem schriftlich wiedergegebenen Interview kein einziges Wort gesagt. Mächtige Rennstallbesitzer wie Andreas Jacobs, Gregor Baum und Manfred Ostermann, die alle auch gleichzeitig Vorstandsmitglieder im Direktorium sind, lassen sich jedoch nicht von einem reitenden Malocher ihre schöne „Strukturreform“ schlechtmachen. Es musste also ein Exempel statuiert werden.

Eine private schriftliche Entschuldigung für Minariks „Fehlverhalten“ reichte den Besitzern nicht, nein, es wurde von Filip erwartet, dass er zusätzlich in der Sport-Welt ein reumütiges Interview gab. In seinem Brief vom 21. Januar 2008 ließ Andreas Jacobs seinen Jockey wissen, dass die Besitzergemeinschaft Asterblüte von Minarik erwarte, dass dieser seine Äußerungen auch gegenüber der Öffentlichkeit zurücknehme und sich für sein Vorgehen entschuldige. Dies solle er in einer Zeitung und im Internet tun, wobei Jacobs zu einem Gespräch mit der Sport-Welt riet. (Die von einem befreundeten Gestütsbesitzer herausgegebene Rennzeitung erfüllte diesen Wunsch natürlich eilfertig.) Jacobs drohte Minarik im Brief als Abmahnung die Kündigung an, und zwar wegen einer Schädigung von Minariks Arbeitgeber in der Öffentlichkeit. Zudem durfte Minarik anschließend die Ittlinger und Brümmerhofer Pferde im Training eine Zeitlang nicht mehr reiten.

Ich finde das Verhalten von Jacobs & Friends menschlich skandalös und darüber hinaus sowohl arbeitsrechtlich als auch strafrechtlich bedenklich. Als gelernter Volljurist weiß Jacobs, dass die verfassungsrechtlich geschützte Meinungsfreiheit nur unter sehr engen Grenzen eingeschränkt werden darf. Zum Beispiel, wenn ein Arbeitnehmer unhaltbare Aussagen über seinen Arbeitgeber tätigt. Über die Rennstall Asterblüte GmbH hatte Minarik im Interview jedoch überhaupt nichts gesagt. Er hatte vielmehr in einer zulässigen sportpolitischen Meinungsäußerung die Arbeit der Funktionäre des Direktoriums kritisiert. Das ist etwas ganz Anderes, denn Minarik war kein Angestellter des Direktoriums.

Das DVR-Vorstandsmitglied Jacobs war jedoch sauer, und dann hatte halt der Rennstallbetreiber Jacobs eine Abmahnung ausgesprochen und seinen Jockey zudem zu einem mea culpa-Interview gezwungen, das dieser sonst freiwillig nie gegeben hätte. Nach meinem Rechtsempfinden stellt das eine strafbare Nötigung dar (die aber inzwischen verjährt wäre). Damit die Asterblüte-Bosse den braven Jockey jetzt nicht unnötigerweise ein zweites Mal drangsalieren, kann ich ihnen hiermit versichern, dass Filip Minarik mir den Jacobs-Brief nicht gegeben hat und mir auch nichts darüber erzählt hat.

Die Herren Jacobs, Baum und Ostermann halte ich wegen ihrer Einstellung zu den Werten unseres Grundgesetzes für untragbar an der Spitze des deutschen Turfs. Trotz ihrer hochansteckenden Krankheit „Morbus Direx“ werden sie aber immer wieder in Führungsrollen des deutschen Turfs berufen. Die potenziellen Investoren bei Baden Racing sollten sich fragen: Will ich mich wirklich mit Menschen wie Andreas Jacobs und Paul von Schubert gemeinsam in ein Boot setzen?


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 BeitragVerfasst: So 7. Okt 2018, 08:28   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 924
Den großen Wert des Ausnahmefalles Minarik kann man erst dann richtig ermessen, wenn man ihn mit einem handelsüblichen Ereignis wie dem Fall Racingman vergleicht. Dazu müssen wir ins Jahr 2005 zurückblenden. Nach der Rufmordkampagne der Sport-Welt wandte sich die auf Medienrecht spezialisierte Anwaltskanzlei, die meine Interessen vertrat, mit einem sechsseitigen Schreiben direkt an Bernhard von Schubert als Herausgeber der Sport-Welt. (Es war die Übergangszeit, als Bernhard noch offiziell der Verleger war, aber im Tagesgeschäft zunehmend die Verantwortung an seinen Sohn Paul übergab. Ich war mit Beiden persönlich bekannt.)

Es war mein Ziel, eine öffentliche persönliche Entschuldigung des Herausgebers in einer Ausgabe der Sport-Welt zu bekommen. Paul von Schubert lehnte das in einem Telefonat mit mir rundheraus ab, indem er die gesamte Verantwortung für das Diffamieren meiner Person durch die Sport-Welt auf seinen Chefredakteur schob. Natürlich glaubte ich ihm kein bisschen, aber seine höchstpersönliche Verantwortung konnte ich nicht beweisen. Ein Ehrenmann als Herausgeber hätte sich natürlich trotzdem entschuldigt, aber Paul von Schubert ist offensichtlich kein Ehrenmann. Mich erinnert das Ganze an die Mentalität von Uropa Kaselowsky: selber im Hintergrund bleiben, und die Drecksarbeit macht jemand anderes. Und damit sind wir auch wieder beim Fall Minarik. Normalerweise ist es im deutschen Turf so, dass man praktisch nie einen der Bosse für etwas persönlich verantwortlich machen kann. Beim Fall Minarik war das anders. Jacobs hatte nicht etwa einen Wasserträger wie vielleicht Simon Stokes damit beauftragt, Minarik zu disziplinieren, sondern er hatte den belastenden Brief selber unterschrieben.


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 BeitragVerfasst: So 7. Okt 2018, 08:32   
Rennleitung

Registriert: Fr 19. Nov 2010, 21:54
Beiträge: 7956
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interessiert eigentlich niemanden warum der brüsselpraktikant überall aneckt ...


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 BeitragVerfasst: So 7. Okt 2018, 09:10   
Rennleitung
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Registriert: Mo 1. Nov 2010, 11:09
Beiträge: 1694
mich schon

was wann denn da los??


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 BeitragVerfasst: Do 18. Okt 2018, 13:55   
Rennleitung
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Registriert: So 31. Okt 2010, 22:39
Beiträge: 1908
Racingman hat geschrieben:
Hier mein „Wettmarkt“ für die verschiedenen Optionen für einen Badenexit mit Stichtag per 1. November 2018. Eine Einschätzung ohne Kölner Insiderkenntnis, also nur nach Bauchgefühl:

1) Investor
Dies wäre zweifellos die eleganteste Lösung, erscheint mir aber eher unwahrscheinlich. Ein Investor von außerhalb des Turfs würde sich fragen: „Wenn der Branchenmann Jacobs es innerhalb von acht Jahren nicht geschafft hat, die Rennbahn kostendeckend zu führen, wieso sollte ich es dann packen?“ Außerdem will man ja eine Lösung schon bis Ende Oktober finden, da wird es zeitlich eng. Chance 5 %....


Dein Freund Klaus schreibt, ein Herr Gaul wollte wohl einsteigen...
nicht gewusst?

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